Marc Wenzinger

Mehr Energie aus Biogas
Marc Wenzinger und Andreas Kupferschmid gewinnen beim Regionalentscheid "Jugend forscht".

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Das wird die Energiewirte aufhorchen lassen: Die Optimierung der Biogasherstellung haben sich Marc Wenzinger (Unadingen) und Andreas Kupferschmid (Hüfingen) zum Ziel gemacht. Die beiden Schüler am Fürstenberg-Gymnasium haben sich beim Regionalentscheid "Jugend forscht" im Bereich "Chemie" erfolgreich geschlagen und damit die Tür zum Landeswettbewerb vom 29. bis 31. März in Stuttgart aufgestoßen. Ihr Erfolg wurde mit einer Urkunde und 75 Euro honoriert, zudem gab es eine kleine Finanzspritze als Sonderpreis.
Die Jungforscher gingen der Frage nach, wie sich die Energiegewinnung durch Biogas effizienter gestalten lässt. Dazu bauten sie zunächst das Modell einer Biogasanlage. "Der Aufbau ist eigentlich ganz einfach" sagt der 17-jährige Marc Wenzinger. Der Erlenmeyerkolben, ein nach oben hin sich verengendes Glasgefäß, bildet den Fermenter. Von diesem aus führt ein Schlauch in eine pneumatische Wanne, die ebenfalls zur besseren Beobachtung des Experimentablaufs durchsichtig ist. Ein etwas unappetitliches Gemisch aus Pferdeäpfeln und Gras, das im Kolbengefäß vor sich hin gärte, bildete die Grundlage für die Gasproduktion. Nach einigen Tagen begann das Experimentieren: die Temperatur im Wasserbad wurde allmählich erhöht und so der Zersetzungsprozess beschleunigt. "Bei 40 bis 42 Grad ist die Gasproduktion am höchsten" erklärte Wenzinger. Ab einer gewissen Temperatur sterben die Enzyme der Bakterien ab, so dass man das Wasser nicht endlos erhitzen könne. Neben der Ermittlung der Idealtemperatur wurde auch die Effizienz im Hinblick auf den pH-Wert getestet. Bei einem pH-Wert im neutralen Bereich (Wasser) konnten die beiden Jungforscher eine optimale Gasausbeute nachweisen.
Die Reduzierung des CO2-Anteils bei der Gasbildung bildete die dritte Herausforderung für Marc Wenzinger und den 18-jährigen Andreas Kupferschmid. Dazu ließen die beiden Gymnasiasten das Gas durch selbst gezüchtetes Algenwasser blubbern. Um das nach oben aufsteigende Gas möglichst lange im Wasser zu halten und den CO2-Abbau zu steigern, wurde es auf eine vorgegeben Bahn (ähnlich einer Kugelbahn) geleitet. Mangels Gaschromatograph musste der Abbaunachweis mittels Kalkwasser erbracht werden. "Mit einer Spritze leiteten wir das Gas durch das Wasser, dessen Trübungsgrad verlässliche Rückschlüsse zum CO2-Abbau gab" sagt der Jungwissenschaftler.
Beim Landeswettbewerb in der Landeshauptstadt am 29. März haben die beiden Tüftler mit ihren Betreuern Mario Mosbacher, Ulrich Wachter (Chemielehrer) und Egon Jehle (Biologielehrer) den 3. Platz erreicht.

(Badische Zeitung / 10.03.2011)