Archäologische Funde
Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar
Donaueschingen
Band 47
31. März 2004

Jungsteinzeitliche Steinaxt in der Westbaar
von Gerit Müller

Ein Landwirt aus Unadingen (Ortsteil von Löffingen) fand im Frühjahr 2003 bei der Feldbestellung
im Gewann "Hinter den Linden" südlich des Ortes eine gut erhaltene Steinaxt.
Sie wurde durch Vermittlung des Heimatforschers Emil KEITERER aus Bachheim an das
Landesdenkmalamt Freiburg zur Untersuchung übermittelt. Der von Frau Dr. V. ÜBUNG
erstellte Fundbericht gibt die Maße mit 14,6 cm Länge, 8,0 cm größter Breite und 5,0 cm
Dicke an. Das Gewicht liegt bei einem kg, die nahezu kreisrunde Bohrung weist einen
Durchmesser von 2,5 cm auf. Die Axt stammt aus der mittleren Jungsteinzeit und ist damit
rund 5000 Jahre alt. Sie besteht aus einem im Schwarzwald und den Alpen häufigen Hornblende-
Gneis, der laut Begutachtung des Mineralogen Prof. em. Dr. W. WIMME AUER aus
Freiburg keinen genaueren Rückschluss auf die Herkunft zulässt.
Die Beschaffenheit der Axt deutet eher auf eine Waffe als auf ein Werkzeug hin. Ein
vielleicht ähnliches Gerät wurde nicht weit vom Fundort bereits 1907 bei einem Wegebau
auf Gemarkung Bachheim gefunden und in den "Badischen Fundberichten" als jungsteinzeitliches
Steinbeil beschrieben_ Es blieb in Privatbesitz und ist leider schon länger
verschollen. Weitere sonstige Fundstücke aus der Jungsteinzeit von der Westbaar liegen
an mehreren Orten vor.

Die Axt wird bei Emil Ketterer verwahrt, der sie der Stadt Löffingen für ihr Heimatmuseum
überlassen will.