Ambros Oschwald

Ambros Oschwald war damals wie heute ein sehr umstrittener Zeitgenosse - vom Wundermann gelobt bis zum Spinner verschrien.

Ambros Oschwald wurde am 14. März 1801 im Mundelfinger Hirschen geboren. Seine Familie siedelte noch im selben Jahr in die soeben erworbene Lochmühle an der Gauchach nach Unadingen.

Nach seinem Studium und der Priesterweihe im Jahr 1833 arbeitete er in den Pfarreien Hammereisenbach-Bregenbach, Stühlingen, Ballenberg, Herrenwies. Wo er überall wegen seiner Frömmigkeit beliebt war. Schnell geriet er als Pfarrer wegen des Anspruchs, auch Krankenheilungen durchzuführen, in einen Konflikt mit den weltlichen und kirchlichen Autoritäten, der dazu führte, dass Oschwald vom Freiburger Erzbischof mehrfach in immer entlegenere andere Pfarreien versetzt wurde. Als 1848/49 die Konflikte wegen seiner mystischen und prophetisch-seherischen Schriften eskalierten und Oschwald mit Suspension bedroht wurde, kam der Gedanke einer Auswanderung in die USA auf. Ein längerer Studienurlaub in Urach 1849/50 brachte keine Lösung.

Im Dezember 1850 wurde Oschwald, mittlerweile Pfarrer in Hofsgrund am Schauinsland, suspendiert, blieb aber bis März 1852 im Pfarrhaus. Anschließend zog er nach München, um Medizin zu studieren. Gedrängt von seinen Anhängern im Schwarzwald, kehrte er jedoch im April 1854 zurück und stellte sich an die Spitze einer Gruppe von 113 Anhängern, die nach Amerika auswanderten. Dort gründeten sie noch im selben Jahr in St. Nazianz im Bundesstaat Wisconsin eine urchristlich-urkommunistische Kolonie die einzigartig war. Der "Vater" wie ihn alle nannten, starb "wie ein Heiliger" am 27. Februar 1873 in Amerika.

 

Der Grünburger Hof wurde 1823 vom Vater des Ambros Oschwald dem Lochmüller Mathias Oschwald auf freiem Feld erbaut. In einem Anbau an das Haus bekam Ambros Oschwald sein Studierzimmer. Mit dem Bau des Hofes teilte Mathias Oschwald das Feld und übergab die geschwächte Lochmühle an seinen Sohn Martin Oschwald. Dieser konnte die Mühle aber nicht halten und die Mühle wurde an die noch heutige Grundstücks-Besitzerfamilie Frank heute in Hüfingen versteigert. Martin Oschwald wanderte später mit seinem Bruder Ambros nach Amerika aus. Mangels weiterer Brüder bekam die Schwester des Ambros Oschwald Maria Anna Oschwald den Hof. Sie heiratete 1830 Raffael Wenzinger aus Unadingen. Die Familie Wenzinger ist nun schon in der 5. Generation im Besitz des Hofes. Interessanterweise wurde auch der Erstgeborene Raffael Wenzingers wieder Ambrosius (Brosi) getauft. 1991 fiel der Grünburger Hof einem Feuer zum Opfer an seiner Stelle steht die heutige Scheune.

Das heutige Kleinod Lochmüllers Kapelle wurde von Mathias Oschwald erbaut und zwar 1805 als Andenken an die drei bei der Hochwasserkatastrophe am 20. Juli 1804 Umgekommenen und zum Dank für die Errettung der übrigen Familie

Noch heute ist der Name Oschwald in Unadingen sehr häufig und viele fragen sich, zu welchem „Stamm“ der Oschwalds denn Ambros Oschwald nun gehört. Mathias Oschwald kam von einem der ältesten Bauernhöfe und lange Zeit dem größten Hofe Unadingens von s’Ritters. Als zweitjüngster Sohn des Gregor Oschwald heiratete er 1762 in den Mundelfinger Hirschen ein. 1801 tauschte Mathias Oschwald den Hirschen gegen die Lochmühle. Alle anderen Oschwald-„Geschlechter“ stammen auch von s’Ritters ab so wie der Name schon sagt s’Ritter-Antonis seit 1890, s’Zerä-Burä seit 1919, s’Kieferlis oder s’Brilisauers seit 1919.

 

Bilder der Buchvorstellung"Vater Ambros Oschwald" mit Dr. Johannes Werner am 23.07.2014 am Grünburger Hof in Unadingen

ambros_oschwald_1

ambros_oschwald_2

ambros_oschwald_3

ambros_oschwald_4

ambros_oschwald_5