Adelholda Rieple
Chile ist längst die zweite Heimat


Begonnen hat ihr Weg im Orden im Kloster Hegne, wo sie als Dienstmädchen tätig war. Dort gab es aber keine Mission und so trat sie 1952 in den Franziskanerorden in Gengenbach ein. Eine zweijährige Ausbildung zur Diätköchin in Köln und weitere Tätigkeit in der Küche des Krankenhauses St. Josef in Offenburg folgten, ehe sie 1959 in die Mission nach Chile ging.

In den nahezu 50 Jahren war sie immer im Süden des Landes tätig. Anfangs leitete Schwester Adelholda die Küche in einem staatlichen Krankenhaus in Gorbea bei Temuco, seit 1965 zeichnet sie für die Küche des ordenseigenen Krankenhauses in Pucon verantwortlich, einer 6000 Einwohner zählenden Stadt am Fuße des Vulkans "Villarrica". Chile ist nach wie vor ein armes Land, erzählt die heute (12.03.05) 77-jährige Ordensschwester. Besonders am Stadtrand, wo die Armen in notdürftigen Hütten wohnen, herrsche großes Elend. Sanitäre Anlagen gebe es dort noch nicht und das soziale Netz fehle. So seien die meisten mittellos und könnten die medizinischen Behandlungen nicht bezahlen. Da der Staat nur eine geringe Quote der Kosten übernehmen kann, wird das Krankenhaus vom Mutterhaus in Gengenbach mitfinanziert und von Spenden, die die Schwestern ab und zu von daheim erhalten.

Auch auf die Selbstversorgung sei das Krankenhaus angewiesen, in dem noch vier weitere deutsche Schwestern tätig sind. So werde Gemüse und Obst selbst angebaut und in großen Mengen haltbar gemacht. Die Küchenleitung hat Schwester Adelholda inzwischen an ihre langjährige Stellvertreterin abgegeben und widmet sich mehr den anfallenden Arbeiten in der Nähstube. Lediglich in der Einmachzeit hilft sie noch in der Küche aus.

Ein besonderes Jubiläum feierte Schwester M. Adelholda Rieple am 12. März 2005. Vor 50 Jahren hat die aus Unadingen stammende und heute in der Mission in Chile tätige Ordensschwester ihr Gelübde abgelegt, das sie nun bei der Goldenen Profess im Mutterhaus in Gengenbach zusammen mit sieben weiteren Schwestern erneuerte.

Eine Woche Exertitien in Gengenbach ging ihrem Fest voraus, das sie im Kreis ihrer vier Geschwister mit Familien sowie Verwandten feierte. Nach zweimonatigem Heimaturlaub fliegt/ flog sie dann wieder zurück in das südamerikanische Land, das längst zu ihrer zweiten Heimat geworden ist.




Von Helmut Rosenstiel