Hugo Ketterer
Altbürgermeister und Bundesverdienstkreuz-Träger Hugo Ketterer prägte Unadingen über Jahrzehnte



Eine der profiliertesten Unadinger Persönlichkeiten feiert am 1. März 2005 seinen 75. Geburtstag: Altbürgermeister und Ex-Ortsvorsteher Hugo Ketterer.

Als achtes von zehn Kindern wuchs Ketterer in Unadingen auf. Während der Volksschuljahre war er auf einem Bauernhof als Hütebub. Nach der Schulzeit absolvierte Ketterer bei der Firma Blocher in Donaueschingen eine Lehre als Raumausstatter, wo er anschließend noch zwei Jahre beschäftigt war. Weitere Gesellenjahre folgten bei der Firma Döschle in Neustadt. 1952 legte Ketterer vor der Handwerkskammer Freiburg die Meisterprüfung ab. Zwei Jahre später machte er sich in Neustadt beruflich selbstständig.

Das Geschäft wurde schon vor etlichen Jahren an einen Neffen verpachtet. 1963 wurde Ketterer zum Obermeister der Raumausstatterinnung Hochschwarzwald gewählt und hatte dieses Ehrenamt 30 Jahre inne. 1956 heiratete er Erika Rieple, in deren Elternhaus das Ehepaar eine Wohnung bezog.

Einen breiten Raum seines Lebensweges nahm die Kommunalpolitik ein. 1969 wurde Ketterer zum Bürgermeister der damals noch selbstständigen Gemeinde Unadingen gewählt und trat am 1. Januar 1970 dieses Amt an.

1975 wurde Unadingen im Zuge der Verwaltungsreform nach Löffingen eingemeindet, danach prägte er als Ortsvorsteher die Ortsgeschichte. Erst 1999 endete diese 30-jährige Ära. Seine Erfolge können sich sehen lassen. Großes Engagement legte er beim so genannten "Kieskrieg" an den Tag, aus dessen Folge schließlich die Kiesstraße zur Entlastung des Dorfes gebaut wurde.

Weiter kaufte er zahlreiches Gelände, auf dem heute Neubauten stehen. Der Ausbau vieler Straßen, die Verkabelung der Stromversorgung, der Neubau eines Sportplatzes mit Clubheim sowie der Bau der Einsegnungshalle fallen in seine Amtszeit. Sein ganzer Stolz ist die Bürgerhalle, die 1987 eingeweiht wurde. Von sich reden machte er damals mit der Sammlung von rund 200000 Mark bei den Bürgern, um den finanziellen Grundstock für das Bauwerk zu legen.

Ein stetiges Anliegen war Ketterer die Verschönerung des Dorfbildes. Mehrere Teilnahmen am Landes- und Kreiswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" gab es zu verbuchen. Lohn der Anstrengungen war beim Landeswettbewerb 1975 die Erringung der Bronzemedaille und vier Jahre später einen Sonderpreis. Weitere Preise gab es auf Kreisebene zu verzeichnen.

Der Jubilar gilt auch als Initiator der "Geranienfeste", die in den 1980er und 90er Jahren durchgeführt wurden und Unadingen zum Geraniendorf entwickelten. Auch sein Vereinsengagement spricht Bände. Bis heute steht er nahezu 60 Jahre in den Reihen des Musikvereins. 30 Jahre hiervon hatte er die Geschicke des Vereins inne und ist heute Ehrenvorsitzender. Seit der Gründung 1973 bis heute leitet er den DRK-Ortsverein. 30 Jahre im Vorstandsgremium des Sportvereins, fünf Jahrzehnte Zugehörigkeit zur Feuerwehr und Ehrenobermeister der Raumausstatterinnung runden die Palette ab.

Die wohl höchste Auszeichnung erfuhr Ketterer 2001, als ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen wurde. "Uneigennütziges Engagement, gepaart mit Gemeinsinn und Heimatverbundenheit", so Landtagspräsident Peter Straub damals bei seiner Laudatio.


Von Helmut Rosenstiel

2005 wurde Hugo Ketterer zum Ehrenbürger ernannt.