Lukas Dieterle
Seit zwei Jahren untersuchen und analysieren sie das "Schwarmverhalten von Fischen in H2O und Silizium", jetzt wurden der Unadinger Nachwuchsforscher Lukas Dieterle zusammen mit seinen Schulkollegen Florian Schreier (Bräunlingen) und Thomas Irion (Öfingen) mit dem zweiten Platz im südbadischen Regionalwettbewerb "Jugend forscht" belohnt. Die drei zielstrebigen Schüler des Fürstenberg Gymnasiums in Donaueschingen, eine von 35 teilnehmenden Schulen, demonstrierten kürzlich in der Rothaus-Arena in Freiburg das Ergebnis ihrer bisherigen Experimentier- und Forschungsarbeiten, mit denen sie sich neben Urkunde, Buch und 60 Euro einen kostenlosen Eintritt zum Science Day in Rust sicherten. Dieterle ist bereits der zweite Unadinger Nachwuchswissenschaftler, der sich erfolgreich dem Wettbewerb "Jugend forscht" stellte. Erst im vergangenen Jahr landete Richard Wolf zusammen mit Andreas Meinel im Fachbereich Physik beim Bundeswettbewerb auf Platz zwei, nachdem sie sich auf Bezirks- und Landesebene mit dem Projekt "Wassertropfen auf dem Nano-Trampolin" qualifizierten. Innerhalb des Naturwissenschaftlichen Teams (NWTeam), das aus der "Physik-AG" für Begabte hervorging, bereiteten Dieterle (Biologie) und Schreier (Informatik) das Projekt in ihrem jeweiligen Schwerpunktfach vor, ehe Irion (Technik) im vergangenen Jahr dazu stieß. Unter Leitung von Mario Mosbacher, Lehrer am Fürstenberg-Gymnasium und Dozent für Nanotechnologie an der Uni Konstanz, erstellten die Schüler ein Simulationsprogramm am Computer, das sie mit der "Realität" verglichen. Sie legten sich 20 Sumatra-Barben zu und beobachteten und filmten deren Einzelbewegungen und Schwarmverhalten. Die Erkenntnis, dass trotz der Verwendung von nur vier Parametern (ein Superinformatiker verwende bis zu neun Parameter), das Schwarmverhalten und die Einzelbewegungen der Realität sehr nahe kam, erstaunte Schüler, Lehrer und Jury gleichermaßen. "Jeder Fisch hat eine Privatsphäre um sich" erklärt Dieterle, der zusammen mit seinen Kollegen den Abstand zwischen den einzelnen Fischen mittels der Voronoi-Zelle darstellte. Dabei entstehe die Fläche durch die Mittelsenkrechten der Verbindungen von Schwerpunkt zu Schwerpunkt der Fische. Durch die Berechnung der Koordinaten konnten sie zur Überraschung aller Beteiligten einen Schwarm viel stichhaltiger definieren. Das von ihnen erstellte PC-Programm könnte nach Einschätzung von Dieterle in Filme einfließen, auch der Bereich Technik wäre durch die Simulation eines Roboter-Schwarms mittels angebrachter Ultraschallsensoren ausbaufähig. Im Bereich Biologie habe man sich auf ein noch nicht erforschtes Terrain der "Regelmäßigkeit" begeben und bahnbrechendste Entdeckungen gemacht. Auf diese will die Gruppe aufbauen. "Ideen sind noch viele vorhanden" unterstreicht Dieterle, der sich in einem Jahr erneut dem Wettbewerb "Jugend forscht", im Fachbereich Biologie stellen möchte. Doch jetzt konzentriert sich der 19-jährige, der beim SV Unadingen spielt und sich als jüngster Kandidat der Bürgerliste Unadingen um einen Platz im Ortschaftsrat bewirbt, erst einmal auf das anstehende Abitur.

Badische Zeitung 19. März 2009 von Christa Maier