Richard Wolf
Neugierig untersuchen viele kleine Forscher Sandhaufen, legen Insekten unter die Lupe oder probieren sich an der Konstruktion von Fantasiegeräten. Bleibt das Interesse, versuchen sich die Jugendlichen dann später möglicherweise an schwierigeren wissenschaftlichen Fragen: Ein Löffinger und ein Unadinger haben jetzt ihre Forschungsarbeit beim "Jugend-forscht" -Regionalwettbewerb präsentiert. Beide nehmen als Sieger ihres jeweiligen Fachbereichs am Landesentscheid in Stuttgart teil. 144 Nachwuchsforscher hatten vergangene Woche ihre Arbeiten in Freiburg aufgebaut. Mehr oder weniger aufgeregt warteten die Teilnehmer auf die fünf Juroren. Es sei spannend gewesen, mit anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen, sagten Jeremias Sibold aus Löffingen und Richard Wolf aus Unadingen. Der Zufall und nicht der Forscherehrgeiz hatte sie zum Wettbewerb gebracht. Zum zweiten Mal nach 2006 hat der 20-jährige Richard Wolf aus Unadingen bei "Jugend forscht" (Fachbereich Physik) teilgenommen. "Wassertropfen auf dem Nano-Trampolin" lautete damals wie heute das Thema seines Projektes, an dem er zusammen mit Andreas Meinel aus Hüfingen gearbeitet hat. Die Teilnahme am Wettbewerb hat gezeigt, dass Forschen Spaß macht Als Schüler des Fürstenberg-Gymnasiums in Donaueschingen waren beide zufällig auf die Frage gestoßen, wieso Wassertropfen auf Flächen, die Unebenheiten im Nano-Nereich aufweisen, nicht haften bleiben. Während der Versuchsaufbau vor zwei Jahren noch nicht ausgereift gewesen sei, konnten die beiden Physiker in diesem Jahr die Jury überzeugen. Mit Hilfe teurer Technik beschrieben sie in einem Modell die Ursache. Um die Arbeit überhaupt leisten zu können, hatte ihre Schule mit Sponsorengeldern ausgeholfen, ein Hersteller hatte eine Spezialkamera zur Verfügung gestellt und auch auf die Unterstützung der Universität Konstanz konnten sie sich stützen. Nach dem Abitur im vergangenen Jahr hatten die beiden Forscher das Labor nach Hause verlagert und in unregelmäßigen Abständen ihre Arbeit vorangetrieben. Hat das Forschungsergebnis auch einen konkreten Nutzen? Es sei Grundlagenforschung, die sie betreiben, sagt Wolf. Helfen könnte ihre Erkenntnis beispielsweise in der Spritzmittelindustrie, erklärt er. Dort könnten die Forscher auf der Grundlage ihres Ergebnisses zum Beispiel Spritzmittel entwickeln, die an den Blättern der behandelten Pflanzen haften bleiben und nicht ins Grundwasser gelangen. Das Beispiel für den Nutzen ihrer Arbeit sei aber weit hergeholt, sagt Wolf. Gebracht habe die Arbeit an dem Projekt vielmehr den beiden Forschern: Wie kann etwas präsentiert werden und wie werden Forschungsergebnisse zusammengefasst — diese Erkenntnisse seien wohl wichtiger als das Ergebnis selbst, sagt der heutige Zivildienstleistende.

Badische Zeitung 19.02.2008 von Sebastian Barthmes