Feldkreuze

Ein Bischof schrieb 1607: "Es ist in deutschen Landen ein sehr altes und löbliches Herkommen gewesen, an den offenen Landstraßen gottselige Bilder und Kreuze aufzurichten."

 

Hier nun die Unadinger Feldkreuze, Bildstöcke und Gedenksteine

 

s'Brilisauers Kreuz
Gewann Hölzer - Fam. Johannes Oschwald
errichtet Ende 19.Jahrhundert am alten Fußweg Bachheim-Döggingen
Inschrift: "Wer glaubt wird ewig leben"
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Bildstock am alten Löffinger Weg
Gewann Totenletz
Das Denkmal stand an der alten Reichspoststraße von Mechelen über Mainz, Freiburg, Unadingen Hirschen-Poststation, Stockach nach Innsbruck. Bis 1779 führte der Vorläufer der heutigen B31 über diese Strecke. Dann wurde an der Gauchachbrücke ein neues Posthaus gebaut. Der Weg führte seitdem von Löffingen nach Döggingen und Donaueschingen. Nach fast genau 300 Jahren verlor die alte Poststrecke über das „Hardt“ ihre Bedeutung zugunsten der heutigen B31. Chronist Emil Ketterer fand heraus, dass schon 1587 in einer Urkunde des Klosters Friedenweiler dieser Bildstock erwähnt worden war. Der Bildstock soll an die Ermordung eines Freiburger Studenten erinnern. Der barocke Bildstock dürfte um 1780 geschaffen worden sein. Das ursprüngliche Denkmal ist dann 1950 durch einen schmucklosen Sandstein ersetzt und 1994 an seinen heutigen Standort gestellt worden
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s'Nägilis Kreuz
Lindenstraße - Familie Josef Kramer (restauriert 2000)
gestiftet von J.R. Egy Ochsenwirt 1869 nachdem ein Kind unter einem landwirtschaftl. Fuhrwerk tödlich verunglückte
Inschrift: "Gott mein Vater - so ruft Jesu"
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Das weiße Kreuz
Weißkreuzstraße
ist 1762 erstmals genannt. Es steht an den alten Wegen nach Dittishausen und Muchen im „weißer Rain“ genannten Flurstück. Sein Vorgänger lässt an ein Pestkreuz denken

Im Jahr 2014 restauriert. Korpus des Kreuzes von Clemens Willmann saniert

Das weisse Kreuz3kDas weisse Kreuz4k

Heimkehrerkreuz
Grünburg – Grillplatz

errichtet 1946 von Fam. W.Jäger aus Dank für eine glückliche Heimkehr aus dem 2.Weltkrieg. Eingeweiht von Pater Fridolin ein Tag vor seiner Abreise nach Brasilien.

Inschrift: "für das Leid dieser Zeit tröstet uns die Ewigkeit"

Heimkehrerkreuz1klHeimkehrerkreuz2kl
s'Neue Kreuz
im Zinken – Bachemer Weg
errichtet 1882 und gestiftet Emil Marx (Bürgermeister). Als Kulturdenkmal eingestuft.
Inschrift: "Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben.
Niemand kommt zum Vater als durch mich."
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s'Fetschers Kreuz
Gewann Scherben
errichtet 1883 und gestiftet Michael Engesser. Als Kulturdenkmal eingestuft

Inschrift: "Oh Herr lehre mich bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir weise werden"

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Kreuz hinter dem Sportplatz
Hägleweg
hier ist am 1.Sep. 1913 Maria Mäder, die Ehefrau des Thomas Engesser mit zwei Kühen vom Blitz erschlagen worden. Ihr auf dem Wagen sitzender Sohn Johann hat das Unglück überlebt
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s'Hausers Kreuz
Tregenstraße - Familie Walter Hasenfratz
ließ die Witwe Frieda Hasenfratz 1923 erstellen
Inschrift: "Kommt her zu mir
alle die ihr mühselig und beladen seid
ich will euch erquicken
(Matth. 11.28)"
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s'Hanse Kreuz
Saure Gasse
ist flankiert von zwei mächtigen alten Kastanienbäumen. Das alte rotgestrichene Holzkreuz trug die Initialen AKE 1840 = Anton Kramer und Kunigunda Egi. Heribert Marx hat das Kreuz neu geschaffen und mit HMZ 1992 bezeichnet (Heribert Marx und Mathilde Zeller) als Kulturdenkmal eingestuft
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Bildstöckle gegen Neuenburg
In Urkunden werden bis 1776 Grundstücke „beim roten Kreuz“ genannt. Danach bürgerte sich der Flurname Bildstöckle ein. Das am Fuß- und Wallfahrtsweg in die St.Antoniuskapelle nach Neuenburg auf einer Kuppe aufragende Feldkreuz bestand wohl aus rotbemaltem Holz. Es könnte ebenfalls ein Pestkreuz gewesen sein, zumal der auf alten Karten verzeichnete Pfad Bachheim-Döggingen vorbeiführt. Bis in die Neuzeit benutzte die Öschprozession von Stehlinskreuz her diesen Fußweg und machte am Bildstöckle Station. Nach 1776 ist das alte Kreuz auf dem noch stehenden, aus grauem Sandstein fein gearbeiteten barocken Bildstock ersetzt worden. Über Stifter und Hersteller des Denkmales ist nichts bekannt. In der Nische ist eine in Holz geschnitzte Darstellung des Gekreuzigten, der seine Hand segnend einem unter am Kreuze sitzenden, fußkranken Mann entgegenstreckt. Nach der Legende wurde der hl. Pelagius bei Fußleiden um Hilfe angefleht. Der 925 in Cordoba in Spanien hingerichtete jugendliche Märtyrer war einst der Patron der Diözese Konstanz. Auf dem Schild des Bildstockes war eine Inschrift eingemeißelt, die nicht mehr lesbar ist. Das Werk ist 2,20m hoch, wobei der Sockel 30cm, der Schild 52cm, der Hals 30cm und der Kopf 40cm messen.
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s'Wehe Kreuz
Gewann Ifang - Familie Herbert Kramer
an seiner Stelle, wo sich die uralten Wege nach Seppenhofen und Reiselfingen gabeln, stand einst ein hohes hölzernes Kreuz mit einem Blechdach über dem Corpus. Die Witwe Maria Kramer geb. Weh hatte 1923 in Erfüllung eines Gelübdes um Heimkehr ihres Sohnes Ferdinand aus dem Krieg eine steinernes Feldkreuz in Auftrag gegeben.
Inschrift: "Im Kreuz ist Heil"
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Stehlinskreuz
Straße zur Grünburg
stand nach einer Feldbeschreibung bereits 1587. Ein Geschlecht Stählin ist 1290 und 1466 in Unadingen und 1320 zu Muchen nachzuweisen. Hier ging vom Weg zur Grünburg die Poststraße Freiburg-Engen ab und kreuzte den Fußpfad Bachheim-Döggingen. Hier ist an ein Pestkreuz zu denken. Johann Koßbiels Erben stifteten 1886 das mächtige Steinmal. Als Kulturdenkmal eingestuft.
Inschrift: "Es ist vollbracht
Vater in deine Hände empfehle ich meinen Geist"
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Kreuz am Weg zum Kaltenbrunnen
Wildgehege - Familie Werner Ketterer
Albert Ketterer hat ein selbst entworfenes Kruzifix im alten Stil mit den beigefügten Marterwerkzeugen aufgestellt. Es handelt sich dabei um ein Arma-Christikreuz (Gekreuzigter mit Marterwerkzeugen).
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Kreuz Gewann Riederhalde
stand bis zur Verbreiterung der B31 am Weg in den Großwald. Gestiftet von Josef Marx (s’Hausers) und dessen Ehefrau Maria geb. Venus 1867. Erneuert durch dessen Kinder in Bruggen. Als Kulturdenkmal eingestuft. Inschrift: "Selig sind die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit Willen, den ihrer ist das Himmelreich (Matth. 5.10)"
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s'Lorenze Kreuz
Grünburgstraße - Familie Ralf Sättele
ist mit einem etwas primitiven Christuskörper geschmückt, ihn soll der Lumpenhans, geschnitzt haben. Pfarrer Spiegelhalter (1872-1902) habe das Werk so beurteilt: „Gülleschapfe macht er schönere als Herrgötter“. Erneuert von Wilhelm Sättele 1955.
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Lumpenpeters Kreuz
im oberen Hardt
erinnert an einen schaurigen Vorfall. Nach dem Jahrzeitbuch der Pfarrei Löffingen ist am 17.Juli 1451 Konrad Murer aus Ehingen, Pfarrherr zu Löffingen, im Unadinger Hardt grausam ermordet worden. Man hat ihm die Hände zerschlagen, den Kopf abgehauen und weitere Verstümmelungen zugefügt. An der Stelle des Mordes ist ein Kreuz errichtet worden. Es ist 1587 erwähnt. Nach dem in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hier lebenden Peter Effinger wurde es Lumpenpeters Kreuz genannt. Das Grundstück erwarb danach die eine der zwei in Unadingen ansässigen Familien Biehler. Sie ließ 1889 das wohl baufällige Mahnmal durch das heute noch stehende Feldkreuz ersetzt. Altstadtrat Sepp Bayer erneuerte dieses Kreuz 1992. Inschrift:
"Sehet zu, ihr alle die vorüber gehen, ob euer Schmerz dem seinen gleichkommt.
Blick auf oh Mensch zum Kreuzeslamm
es starb für dich das Gotteslamm
Beweine vor ihm deine Sünden
so wirst du bei ihm Gnade finden"
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s'Posthansilis Kreuz
Gewann Schmellenwies - Familie Konrad Koßbiel
Errichtet 1896 und gestiftet von Konrad Koßbiel.
Inschrift: "Hinauf geschaut wenn’s bangt und graut auf Gott vertraut auf ihn gebaut kein Klagelaut"
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Angelkreuz

Kreuzung Mauchachstraße/Sulzrain
gestiftet von Adolf Glunk (1869-1907) wohl als Gelübde. Alois Ketterer (s’Brunnäferdis) hat das defekte Werk durch ein schlichtes Holzkreuz ersetzt und an die Stelle gestellt.

2011 hat Zimmermeister Emil Schwörer das morsche Kruzifix durch ein neues Eichenkreuz ersetzt. Dem Korpus mit schützendem Dächle hat 2012 der Hobbyrestaurator Roland Stefan zu neuem Glanz verholfen.

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s'Wise Kreuz
Wolfgalgenstr. 4 - Familie Monika Marx
einst ein aufragendes Holzkreuz, ist 1969 von einem Sturm geknickt worden. Es ist in Stein erneuert und auf die nördliche Straßenseite verlegt worden
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s'Nachtwächters Kreuz
rotgestrichenes Flurkreuz Richung Dittishausen an der Kreuzung kurz nach der Bahnüberquerung. Stand früher auf der Wiese des Franz Ketterer (Brunnäferdis) an der Abzweigung des alten Dittishauser Weges. 

Das Kreuz wurde 1766 von der Gemeinde Unadingen zum Dank für die Verschonung ihrer Viehherde vor einer der häufigen Seuchen am Wald errichtet. Um Ansteckungen durch den direkten Kontakt zu vermeiden, stellten die Leute an dem Ort Lebensmittel für den Nachthüter der Tiere ab. 1827 schien die Gefahr gebannt, der Waidgang wurde aufgegeben. 1978 wurde das Holzkreuz durch ein neues ersetzt.

2011 wurde der Korpus von Alfred Bruder mit viel Liebe unentgeltlich restauriert. Ralf Sättele hat dazu ein passendes Dächle angebracht.

2014 erstellte Herbert Kramer eine Holztafel mit Kupferummantelung die neben dem Kreuz angebracht wurde. Kurt Hasenfratz brannte darauf den Text zur Geschichte des Kreuzes.

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Eulenmüllers Kreuz
Am Weg zwischen Eulenmüllers Käppele und Eulenmühle. Errichtet ca. 1860. Jetziger Besitzer Johannn Köpfler, Löffingen. Sockel erneuert 1982
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Gedenkstein beim Posthaus
Ein schweres Busunglück, bei dem 22 Skisportler aus Radolfzell und Singen auf ihrem Weg zum Feldberg ums Leben kamen, ereignete sich am Morgen des 7. Februar 1949 beim Posthaus bei Unadingen. Ein Gedenkstein erinnert am Unfallort seit 1950 an die verunglückten Sportler.
Das Unglück war damals ausschlaggebend für die Gründung der Rot-Kreuz-Gruppe Döggingen-Unadingen am 22. Feb. 1949. Nach einer Gedenkfeier im Jahr 1999 berichteten Überlebende und Helfer, die sich bei der schwierigen Bergung einbrachten, über das Geschehen: Bis Döggingen deutete während der Fahrt an diesem sonnigen Wintertag 1949 nichts auf einen Defekt am Bus hin. Der überfüllte Dreiachser-Omnibus rollte ohne besondere Vorkommnisse auf der schnee- und eisfreien Straße durchs Dorf. Auf der abschüssigen Strecke in Richtung Unadingen bemerkten dann auch die Fahrgäste, dass mit dem immer schneller werdenden Bus etwas nicht stimmte. Der Busfahrer versuchte verzweifelt, auf einen kleineren Gang herunterzuschalten. Zwar brachte er den dritten Gang raus, doch den zweiten nicht mehr rein, so dass der vollbesetzte Postomnibus ausgekuppelt die abschüssige Strecke hinunterschoss. Die Bremsversuche des Fahrers liefen ins Leere, die Bremsen versagten vollständig. In der ersten Kurve riss der Wagen einen Baum um. Unmittelbar vor der Brücke über die Gauchach durchbrach der "wehrmachtsfarbene" Bus das Brückengeländer und stürzte mehrere Meter eine steile Böschung hinunter. Motor und Fahrgehäuse bohrten sich in die gegenüberliegende Bergflanke und wurden in Fetzen gerissen. Die hinteren Fahrgäste wurden mit voller Wucht nach vorn geschleudert, so dass viele Insassen den Tod fanden.
Die klirrende Kälte beeinträchtigt die ärztliche Hilfeleistung, auch die Bergung der insgesamt 52 Verletzten den vereisten Steilhang hinauf erwies sich als schwierig.
In dem nachfolgenden Prozess wurden die Fahrer des Unglücksbusses zu vier und drei Monaten Gefängnis verurteilt. "Die Schuld der Fahrer liegt darin, dass sie die Druckluft-Bremsvorrichtung nicht verstanden und sich nicht genug Einsicht in ihr Zusammenwirken verschafft haben", war die Urteilsbegründung , die jedoch später Fragen aufwarf, ob man nicht die Falschen auf die Anklagebank gesetzt hatte. 
Posthaus Gedenkstein
Gedenkstein Richtung Posthaus
Das Gasthaus Hirschen und das Posthaus lagen direkt an der Postkutschenstrecke der "vorderösterreichischen Postroute" Mecheln bei Brüssel - Innsbruck, die 1490 eingerichtet wurde. Auf dieser Route wurden aber nicht nur die Post, sondern auch Bauholz, Energieholz und andere Güter in großen Mengen mit Pferdefuhrwerken von der Baar Richtung Hochrhein tansportiert. Wie gefährlich die Arbei mit den Fuhrwerken war, bezeugt heute noch ein Gedenkstein. Darauf steht geschrieben: " Zum Andenken an Johan Kleiser von St. Märgen, verunglückte hier durch das Furhwerk im Juni 1871, starb nach zwei Stunden im 42. Lebensjahr." 

Posthaus Fuhrmanns-Unglück

 

Siegesdenkmal
erinnert an den deutsch-französischen Krieg 1870/71. Der Obelisk ist aus Sandstein gemeißelt, hergestellt wurde es vom Donaueschinger Bildhauer Johann Hauser. 24 Teilnehmer zogen aus Unadingen in den Krieg - es gab keine Gefallenen. Eingeweiht wurde es 1881 mit einem großen Festumzug und Entüllung mit Fackelumzug bei Nacht. Ursprünglich stand das Denkmal neben dem Gasthaus Hirschen. 1956 musste es dem heutigen Kriegerdenkmal der beiden Weltkriege weichen und wurde danach im Rathaus zwischengelagert. 1972 veranlasste der damalige Bürgermeister Hugo Ketterer, das Denkmal wieder auzugstelln. Als neuer Stanort wurde der sogenannte "alte Spitz" die Gabelung Tregen-Weißkreuzstr. ausgesucht.